TU München, Wissenschaftszentrum Weihenstephan,
Lehrstuhl Maschinen- u. Apparatenkunde

Biogas aus Bier-Resten - umweltfreundliche Reststoffverwertung

 

Für ihr Projekt, aus Überresten der Bierproduktion Biogas zu erzeugen, wurde das Wissenschaftszentrum Weihenstephan der TU München zum Sieger des Umweltpreises 2008 ernannt.
Die Jury lobte die professionelle und wissenschaftliche Ausarbeitung des Konzepts, aus Reststoffen wie Malz-Treber erneuerbare Energie zu produzieren.

Bild: Quelle TUM

Projektmitarbeiter Johannes Ellenrieder bei mikrobiologischen Laborarbeiten

 

Abfallstoffe aus der Getränke- und Nahrungsmittelindustrie wie Mühlennebenprodukte und Reste der Getreideverarbeitung sollen in einer Biogas-Anlage mechanisch in kleinste Partikel (unter 50 µm) zerkleinert und in Bioreaktoren mit ein- oder mehrstufiger Vergärung verarbeitet werden. Das auf diese Weise erzeugte Gas kann direkt verwendet oder in Blockheizkraftwerke eingespeist werden.

 

Etwa 25 Prozent des bisherigen Brennstoffwärmebedarfs eines Betriebs sollen durch das erzeugte Biogas ersetzt werden. Die Einsparpotenziale für die Unternehmen lägen damit bei einem Prozent seines Umsatzes.

Bild: Quelle TUM

Biogasanlage mit drei Fermentern, Fütterung mit zerkleinertem Rohstoff

 

Alternativer Entsorgungsweg mit energieeffizientem Mehrwert

 

Die verwendeten Abfallprodukte wurden bisher hauptsächlich durch Verfütterung entsorgt. Mehr und mehr wird diese Maßnahme aber verboten, weil die Reststoffe oftmals verunreinigt sind. Kompostierung und Deponierung sind wegen Haltbarkeit, Emissionen und hoher Kosten problematisch. Mit seinem Projekt bemüht sich das Wissenschaftszentrum deshalb um einen alternativen Entsorgungsweg mit energieeffizientem Mehrwert.

 

Um auch wirtschaftlich attraktiv zu werden, muss die Vergärungsdauer möglichst kurz sein. Das Wissenschaftszentrum versucht dieses Ziel auf zwei Wegen: durch hohe Zerkleinerung der Feststoffe und durch Optimierung der mikrobiologischen Zusammensetzung. Bislang konnte die Abbauzeit so von anfangs 70 Tagen auf zwölf Tage verkürzt werden.

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