Bayerischer Waldverein Sektion Lam e.V.
Vorbildlicher Umwelteinsatz in 1293 Metern Höhe
Für umweltbewusstes Wirtschaften und vorbildlichen Einsatz für Mensch und Natur erhielt das Schutzhaus am Großen Osser den Umweltpreis 2008. In 1.293 Metern über dem Meeresspiegel bietet die Bayerischer Waldvereinssektion Lam nicht nur eine Anlaufstelle für Wanderer und Jugendgruppen, sondern achtet mit Blockheizkraftwerk und Kläranlage mit Pflanzenklärteich auf sorgsamen Umgang mit der Umwelt.
Um Umweltunfälle mit Diesel- oder Heizölkraftstoffen zu vermeiden, hat sich die Sektion Lam zum Ankauf eines Gas-Bioheizkraftwerks (BHKW), das 15 kW Strom- und 30 kW Wärmeleistung erzeugt, entschlossen. Mit einem Gasmotor wird ein Generator angetrieben, dessen Abwärme für die Warmwasserbereitung und die Heizung des Schutzhauses genutzt wird. Die Abgase des BHKW sind im Vergleich zu benzin- und dieselgetriebenen Motoren verschwindend gering, das benötigte Flüssiggas wird in einem Erdtank an der nächsten befahrbaren Stelle gelagert. Das BHKW wurde vom Bundesgrenzschutz per Hubschrauber eingeflogen.
Auf der Nordseite des Großen Ossers wurde eine Kläranlage mit Pflanzenteich zur Nachklärung gebaut. Dort werden die Abwässer in einer Ausfaulgrube stoßweise einem 128 Quadratmeter großen Oxydationsteich zugeführt. Seine Bepflanzung nimmt freiwerdende Stickstoffe auf, über einen Sammelkontrollschacht werden die geklärten Abwässer wieder der Natur zugeführt.
Darüber hinaus engagiert sich die Sektion Lam für Umweltbildung und Völkerverständigung an der deutsch-tschechischen Grenze. In Abenteuercamps mit Jugendlichen aus beiden Ländern verbessert der Verein das Kennenlernen der Nachbarn, unter dem Projektnamen "Grenzenloses Wandern" können Wanderfreunde am Großen Osser einen offiziellen Grenzübergang unternehmen. Ein weiteres Augenmerk der Vereinssektion liegt auf Landschaftspflege und Artenschutz. Seltene Tiere wie Bergpieper, Auerhuhn und Fischotter sind in der Gegend rund um das Schutzhaus heimisch. Die Vereinssektion betreibt das Schutzhaus am Großen Osser seit 1897. Die Stätte dient als Ausflugsziel für Wanderer und Anlaufstelle zur Alarmierung der Bergrettung.
