Lokale Aktionsgruppe südlicher Steigerwald e. V.
Lebensraumverbesserung für die kleine Flussmuschel.
Die Bachmuschel, auch Gemeine oder Kleine Flussmuschel genannt, ist bundesweit vom Aussterben bedroht (Kategorie 1 in der Roten Liste). Die EU hat sie als besonders geschützte Art in die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie aufgenommen und sie wurde zum "Weichtier des Jahres 2006" gekürt. Gründe genug für die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Südlicher Steigerwald e. V., den Lebensraum der Bachmuschel in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Markt Bibart und den Naturschutzbehörden vor Ort zu verbessern. Übergeordnetes Ziel der LAG ist die Entwicklung des ländlichen Raumes unter besonderer Einbeziehung der Umwelt.
In einem kleinen Bach, der in der Gemeinde Markt Bibart in den Fluss Bibart mündet, wurde 2003 die Kleine Flussmuschel mit Jungmuscheln entdeckt. Aufgrund ihrer Größe und Vitalität zählt diese Population zu den Top 10 in Bayern und sie hat auch europaweit besondere Bedeutung. Mit ihrem bis Ende 2008 laufenden Bachmuschelprojekt will die LAG von diesem Bestand ausgehend die Wiederbesiedelung des Aisch-Gewässersystems fördern. Erster Schritt ist die Entwicklung eines naturnahen Bachökosystems inklusive Aue mit Eigendynamik, Durchgängigkeit für Wasserorganismen und einer Vielfalt an Lebensräumen. Längerfristig soll auch das Gewässerökosystem der Bibart entsprechend verbessert werden, um die Ausbreitung der Muschel zu fördern.
Konkrete erste Maßnahmen waren unter anderem die exakte Erfassung des Bachmuschelbestandes, die Untersuchung der Gewässergüte und das Abfangen von Muschel fressenden Bisams. Außerdem werden Uferstreifen eingerichtet, innerhalb derer der begradigte Bach wieder eine natürliche Gewässerdynamik entwickeln kann. In diese Streifen wachsen Sträucher, Röhricht und Uferpflanzen ein, was zu mehr Strukturvielfalt, wechselnden Strömungsverhältnissen sowie weniger Eintrag von Nährstoffen und Sedimenten führt. Alles dies verbessert die Lebensbedingungen sowohl der Bachmuschel als auch ihrer Wirtsfische. Dazu trägt auch die zunehmende Beschattung bei, die das Wasser abkühlt und für mehr Sauerstoff sorgt. Die nötigen Flächen auf einer Länge von etwa 315 Metern beidseits des Baches sollen durch Flächentausch ins Eigentum der Gemeinde Bibart übergehen. Weiter werden mit den privaten Anrainern zum Schutz des Baches Bewirtschaftungsverträge abgeschlossen.
